FURNIERHERSTELLUNG So werden unsere Furniere produziert Die Aufarbeitung zu wertvollen Furnieren ist die dekorativste und gleichzeitig ressourcenschonendste Produktionstechnik, um hochwertige Oberflächen aus Echtholz herzustellen. Moderne Produktionstechnik, von High-Tech-Messer- und Schälmaschinen über Trocknungsstraßen mit integrierter Bügeleinheit bis hin zur computergestützten Vermessung, Sortierung und Partieverwaltung, ermöglicht die individuelle Aufarbeitung des Holzes zu Furnieren, die in Dimension und […]

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FURNIERHERSTELLUNG

So werden unsere Furniere produziert

Die Aufarbeitung zu wertvollen Furnieren ist die dekorativste und gleichzeitig ressourcenschonendste Produktionstechnik, um hochwertige Oberflächen aus Echtholz herzustellen.

Moderne Produktionstechnik, von High-Tech-Messer- und Schälmaschinen über Trocknungsstraßen mit integrierter Bügeleinheit bis hin zur computergestützten Vermessung, Sortierung und Partieverwaltung, ermöglicht die individuelle Aufarbeitung des Holzes zu Furnieren, die in Dimension und Dekor perfekt an die Wünsche der jeweiligen Kundengruppe angepasst sind.

Aus einem Kubikmeter Holz können bis zu 2.000 m² Furniere erzeugt werden. Keine andere Produktionstechnik für Holz ermöglicht solche Nutzungsgrade und schützt natürliche Ressourcen nachhaltiger.

Inhaltsverzeichnis

1) Zurichten

2) Kochen

3) Messern / Schälen

4) Trocknen

5) Beschneiden

6) Taxieren

7) Vermessung

Zurichten

Hier wird das Furnierbild festgelegt

Der erste Schritt in der Furnierherstellung ist das Zurichten des Baumstammes. Die Aufarbeitung eines Furnierstammes hängt von folgenden Faktoren ab, die bereits im Rundholz beurteilt werden müssen:

  • Geradschäftigkeit
  • Herz- und Spannungsrisse
  • Sichtbare Fehler (Äste, Noppen, Faulstellen)
  • Dimension
  • Farbe
  • Struktur
  • Form

Nach heutigen Qualitätsnormen soll eine möglichst fehlerfreie, farblich einheitliche und in der Struktur regelmäßige Fläche erzielt werden. Daher bedarf es langjähriger Erfahrung und viel Wissen über die jeweilige Holzart, um bereits am rohen Stamm die korrekte und optimale Zurichtung zu bestimmen.

Es gibt verschiedene Techniken der späteren Aufarbeitung, die jeweils unterschiedliche Oberflächeneffekte des Furniers ergeben. Die sorgfältige und fachgerechte Beurteilung des Rundholzes, auch im Hinblick auf die voraussichtlich erzielbare Qualität sowie den möglichen Verwendungszweck, ist daher essentielle Grundlage der im weiteren Produktionsablauf erzielten Furnierqualität.

Entsprechend der markierten Zurichtung wird der Furnierblock nach dem Entrinden auf der Blockbandsäge aufgetrennt. Die einzelnen Stammsegmente werden anschließend gekocht.

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Kochen

… macht das Holz weich und bestimmt die Farbe

Nach dem Zurichten erfolgt das Kochen der Furnierblöcke in der Furnierproduktion. Ausgenommen davon bleiben nur Holzarten, bei denen es auf eine möglichst helle, (fast) weiße Farbe ankommt, wie z. B. Ahorn oder Weißbuche.

Durch das Kochen in heißem Wasser werden zwei Effekte bei der Furnierherstellung erzielt:

  • Dem Holz wird die notwendige Geschmeidigkeit gegeben, um einen glatten Schnitt und damit eine einwandfreie Aufarbeitungsqualität zu gewährleisten.
  • Durch die Dauer des Kochvorgangs wird die Farbe des erzeugten Furniers beeinflusst. So verändert beispielsweise die ursprünglich weiße Buche ihre Farbe durch Kochen zu einem rosa- bzw. lachsfarbenen Ton

Abhängig von der Holzart und dem Farbanspruch sind bei der Furnierherstellung Kochzeiten von einem Tag bis zu einer Woche notwendig. Über den jeweiligen Zeitraum hinweg gibt es zusätzlich für jede einzelne Holzart einen individuellen Temperaturverlauf, der exakt gesteuert werden muss, um Farbfehler zu vermeiden.

Auch die lokale Wasserqualität (Härte, chemische Zusammensetzung) hat erhebliche Auswirkungen auf den Kochverlauf. Daher müssen für jeden Produktionsstandort eigene Zeit- und Temperaturkurven empirisch ermittelt und später penibelst bei der Furnierproduktion eingehalten werden.

Nach dem Ende des Kochvorgangs kann die eigentliche Furnierherstellung beginnen.

 

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Messern / Schälen

Schwere Maschinen für feinste Präzision

Der nächste Schritt in der Furnierherstellung ist das sogenannte Messern. Spätestens hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Wo hartes Material mit ungeheurem Druck in feinste „Scheiben“ geschnitten wird, braucht es nicht nur „schweres Gerät“, sondern vor allem erfahrene Mitarbeiter,die mit voller Konzentration und Hingabe für allerhöchste Präzision sorgen.

Vor dem eigentlichen Messervorgang werden die Furnierblöcke zunächst ein- bzw. zweiseitig gehobelt, um eine einwandfrei gerade Auflagefläche auf dem Messertisch zu gewährleisten.

Grundsätzlich unterscheidet man zwei Typen von Furnieraufarbeitungsmaschinen in der Furnierherstellung:

  • Messermaschine für Horizontal- oder Vertikalschnitt
  • Schälmaschine für Rundschälen, exzentrisch Schälen oder Staylog-Schälen.

Je nachdem, welche Maschine und welche Aufarbeitungsart gefahren wird, erhält man gänzlich unterschiedliche Furnierbilder.

Unabhängig hiervon ist von entscheidender Bedeutung, dass Messer und Druckleiste mit einer Genauigkeit von < 0,1 mm exakt eingestellt sind. Nur dann kann eine einwandfreie Furnierqualität erzeugt werden.

Dass dafür das Messer stets eine extreme Schärfe aufweisen muss und ,je nach Holzhärte, entsprechend oft nachgeschliffen wird (noch dazu, je nach Holzart, in unterschiedlichen Schleifwinkeln!), versteht sich von selbst.

Bei modernen Messer- und Schälmaschinen wird das zentnerschwere Messer zusätzlich beheizt, um das beim Schnittvorgang ausgepresste Wasser möglichst schnell und gleichmäßig zu verdampfen –so werden Kondensatflecken und „Bläue“ verhindert.

Weitere sogenannte Messerfehler sind:

  • Messerscharten: Feine Ästchen (z. B. bei Ahorn), Verschmutzung im oder am Stamm (Sandkörner, Steinchen) oder im Holz eingewachsenes Metall (Nägel, Gewehrkugeln usw.)verursachen Kerben in der Schneide des Messers und damit Scharten im Furnierblatt. Je nach Tiefe der Kerbe wird diese entweder manuell ausgeschliffen oder aber das Messer muss komplett gewechselt werden.
  • Wechselnde Stärken: Diese entstehen durch falsches Einhängen des Stammes in die Maschine, durch unsaubere Einstellung der Druckleiste oder durch schlechte Auflage des Holzblocks auf dem Messertisch.
  • Trommeln: Regelmäßige, in der Stärke unterschiedliche Rippen, die quer über Teile des Furnierblattes laufen. Gleiche Ursachen wie bei wechselnden Stärken.

Nach dem Messern müssen die noch feuchtwarmen Funierblätter einzeln getrocknet werden, um mit der Furnierherstellung weiter zu machen.

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Trocknen

Auf die perfekte Restfeuchte kommt es an

Einer der wichtigsten Schritte in der Furnierherstellung ist das Trocknen. Von der Messerung noch richtig feucht, wird das Furnier auf schnellstem Weg zu einem modernen Düsentrockner – der gleichzeitig einen schonenden Bügeleffekt hat – transportiert. Jedes einzelne Blatt wird – unterstützt von Ansaugvorrichtungen – von Hand eingelegt, am Ende der Trocknungsstraße ebenso manuell entnommen und in Paketen zu je 24 oder 32 Blatt gebündelt, um später das Handling im Furnierlager zu erleichtern. Beschädigte Furnierblätter werden bereits hier aussortiert.

Beim Trocknen werden von Holzart zu Holzart unterschiedliche Programme hinsichtlich Durchlaufzeit und Temperatur gefahren, die natürlich exakt eingehalten werden müssen. Zu trockene Furniere sind brüchig und können nicht weiterverarbeitet werden, zu feuchte Furniere könnten schimmeln und sind dann ebenfalls nicht mehr verwendbar.

 

Als Richtwert für korrekte Trocknung nimmt man ca. 10–14 % Holzfeuchte.

Da viele Furniere nach dem Trocknen durch unterschiedliche Dichten innerhalb des Furnierblattes zum Welligwerden neigen und früher durch aufwendiges und teures Nachpressen geglättet werden mussten, wurden Bügeltrockner entwickelt, die neben der Furniertrocknung einen sanften Bügeleffekt ermöglichen.

Dieser greift jedoch nur bei leicht welligen Furnieren, stark wellige Furniere, wie z.B. Buche, müssen manuell nachgepresst werden, um problemlos weiterverarbeitet – im nächsten Schritt: beschnitten  – werden zu können.

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Beschneiden

Was Sie nicht brauchen können, schneiden wir weg

Kaum jemand kann und will Furniere mit unsauberen Kanten verarbeiten, und niemand möchte mehr Quadratmeter bezahlen, als er tatsächlich nutzen kann.

Daher werden die Furniere während der Furnierherstellung von Fachleuten an hydraulischen Furnierscheren zu möglichst rechteckigen Formaten beschnitten.

Gleichzeitig werden Rissbildungen und andere Fehler, wie sie im Kantenbereich häufiger auftreten, entfernt und die Blätter zu Paketen zu je 24 oder 32 Blatt gebündelt, bevor sie taxiert werden.

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Taxieren

Welches Holz? Welche Qualität? Welcher Preis?

Nachdem die Furniere den gesamten Produktionsprozess durchlaufen haben, müssen sie taxiert, das heißt preislich eingewertet werden. Bei der Taxierung erfolgt neben der reinen Preisfestsetzung auch die Aufteilung der Furniere in unterschiedliche Qualitäten, wobei alle Parameter in unser Warenwirtschaftssystem eingespielt und elektronisch verwaltet werden – bei einem Lagerbestand von durchschnittlich 8.000.000 Quadratmeter Furnier und 5.500 Kubikmeter Schnittholz wäre es ansonsten eine Herkulesarbeit, genau das richtige Furnier für Sie zu finden.

Generell unterscheidet man:

  • Innenausbauqualität
  • Schlafzimmerqualität
  • Wohnzimmerqualität
  • Paneelqualität
  • Türenqualität
  • Korpusqualität

Holz ist ein höchst individuelles Naturprodukt. Und so sind die genannten Qualitäten weder standardisiert noch genormt. Vielmehr legt hier jeder Hersteller (oder Händler) seine eigenen Regeln hinsichtlich Länge, Dimension und Qualität an, wobei innerhalb der einzelnen Qualitäten auch nochmals in Unterqualitäten unterschieden werden kann.

Was also bei Lieferant A als höchste Qualitätsstufe bezeichnet werden könnte, kann bei einem qualitätsorientierten Unternehmen gerade mal als mittlere Qualität taxiert werden. Da noch dazu jeder Kunde seine ganz eigenen Wünsche und Vorstellungen hat, werden Partien in der Regel vor dem Kauf besichtigt oder zumindest durch die Zusendung repräsentativer Muster qualitativ mit dem Kunden abgestimmt.

Was zuvor allerdings noch ermittelt werden muss, ist die genaue Menge an Furnierblättern, die Dimensionen der Pakete und die Größe der gesamten Partie. Dies geschieht im letzten Arbeitsschritt, der Vermessung.

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Vermessung

Präzision und Dokumentation

Der letzte Schritt in der Furnierherstellung ist das sogenannte Vermessen. Was früher eine schier unvorstellbare Mess- und Dokumentationsarbeit war, funktioniert heute vollautomatisch. Die Furniere werden paketweise auf einem Förderband über Photozellen geführt. Diese erfassen auf jedem Zentimeter die exakte Breite des Pakets, vermitteln diese zu einer fairen Durchschnittsbreite und registrieren die Paketlänge. In unserem System werden dann anhand der Durchschnittsbreite, der Länge und der Blattzahl pro Paket die Quadratmeter errechnet und auf der Maßliste ausgedruckt bzw. gespeichert.

Doch damit nicht genug: Jedes einzelne Paket wird von einer kalibrierten Kamera fotografiert und diese Aufnahme zusammen mit allen weiteren Paketinformationen im Warenwirtschaftssystem abgelegt. Dort kann es auf Knopfdruck abgerufen und auch elektronisch an Interessenten übermittelt werden – wenn‘s besonders schnell gehen muss.

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